"Reflektor" Stefan Wischnewski, München, 2013

Anläßlich des 11. Asphaltkapellenfestes in Etsdorf wurde am 5.5.2013 das nun fünfte Kreuz durch Pfarrer Klaus Eberius (Rieden) gesegnet.
Zahlreiche Besucher konnten die erstmals evangelische Segnung eines Kreuzes miterleben. Das diesjährige Kreuz stammt von Stefan Wischnewski aus München und hat den Titel "Reflektor".
Der Künstler entwarf das neue Kreuz, fertigte und stiftete es.
Die Größe ist.180 x 115 cm und besteht aus Warndreieck-Reflektoren auf witterungsbeständigem Vierkantholz

Ein Kreuz aus Warndreieck-Reflektoren signalisiert keine Panne, sondern verweist hier symbolisch auf die Wirkung eines am Wegesrand platzierten „Flurkreuzes“.
Die „artverwandte“ Verkehrstechnik-Materialsprache der nur unweit entfernten Asphaltkapelle ist auch beim Reflektor-Kreuz mehrdeutig lesbar.
Das Kreuz strahlt einfallendes Licht bevorzugt in die Richtung zurück, aus der es kommt. Die rötlichen Reflektoren stehen sinnbildlich für Leben, Energie, Wärme, Freude, Leidenschaft und Liebe. Rot aber auch als Reizfarbe für Aggression und Zorn. Das Wegkreuz ist ein Rückstrahler im doppeldeutigen Sinn. Es weist uns nicht nur den Weg, sondern erleuchtet schon von weiter Ferne sichtbar rot/gold schimmernd durch das einfallende Sonnenlicht.

Gewidmet ist das "Reflektor"-Kreuz dem am 21. 1. 1900 in Rottendorf (Etsdorf gehörte bis 2001 zur Pfarrei Rottendorf) geborenen Priester Josef Losch, der im November 1944 vom Volksgerichtshof in Berlin zum Tod verurteilt und am 29. Januar 1945 in Berlin Brandenburg wegen seiner aufrechten Gesinnung und Predigten gegen die NSDAP von den Machthabern der damaligen Zeit hingerichtet worden war.