Das nächste ASPHALTKAPELLENFEST findet am Sonntag, 5. Mai 2019 statt.

13.45 Uhr Segnung des neuen Künstlerkreuzes "Glaubenszeichen" der Lebenshilfe Amberg/Helga Kennerknecht
14:00 Andacht mit Pfarrer Moses Gudapati
Danach Kapellenfest
Musik: Die Band "Lawaschkiri"
Für das leibliche Wohl (u.a. Sudhang Ökobier) sorgen der Sportverein Etsdorf e.V.
und der Verein der Freunde der Glyptothek Etsdorf e.V.


"Kreuze Weg“ Etsdorf - 14. Station – Auf dem Weg zur Asphaltkapelle entsteht seit dem Jahr 2009 der sogenannte "Kreuze Weg" mit Künstlerkreuzen. Es handelt nicht um eine Illustration von Kreuzwegstationen sondern jeweils um individuelle Interpretationen und Gestaltungen zum Thema KREUZ. Der Entwurf und z.T. auch die Ausführung wird von den Künstlern (aus Amberg, Neumarkt, München, Berlin, Buchloe, Regensburg, Arnschwang, Frankfurt, Birmingham) gestiftet. Bei einigen Kreuzen gibt es Patenschaften/Förderer für die Ausführung.

Die Lebenshilfe Amberg-Sulzbach e. V. beteiligt sich dieses Jahr auch mit einem Künstlerkreuz am „Kreuze Weg“ der Asphaltkapelle in Etsdorf.
Der erste Kontakt entstand durch Helga Kennerknecht, eine Kinderpflegerin der Schulvorbereitenden Einrichtung der Lebenshilfe Amberg-Sulzbach e. V., die selbst seit Jahren am Asphaltkapellenfest teilnimmt. Die Idee das Objekt als Mosaik zu gestalten, kam ihr bereits vor zwei Jahren. Wilhelm Koch, Vorsitzender des Vereins der Freunde der Glyptothek Etsdorf e. V., begeisterte sich sofort für die Idee das Kunstwerk von und mit Kindern mit Einschränkungen zu gestalten. Die Schulvorbereitende Einrichtung betreut und fördert Kinder von ca. 3 bis 7 Jahren mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Als gruppenübergreifendes Projekt wurde das Kunstwerk „Glaubenszeichen“ mit bunten Mosaiksteinen gestaltet und auf eine Bodenplatte (140 x 140 cm) aufgebracht. Die Gestaltung soll einige Beispiele der Weltreligionen darstellen. Die Interpretation ist für den Betrachter offen gelassen und soll zum eigenen Denken anregen. „Für mich persönlich soll das Kunstwerk an einen Wasserstrom angelehnt sein, sozusagen symbolisch für den Weg des Lebens, “ erklärte Helga Kennerknecht. Finanziell wurde das Projekt durch die Geschäftsführer Thomas Kennerknecht und Markus Haller, der Firma NUX Informationstechnologie GmbH aus Erlangen, sowie von dem Geschäftsführer Franz Leitl vom Leitl Bauunternehmen aus Freudenberg und Bernd Mayer von der Firma Support 4U GmbH aus Nürnberg unterstützt.

 

ASPHALTKAPELLE
Wilhelm Koch nimmt mit seinem Asphalthaus die tradierten Strukturen des Sakralen auf: die Hausform, zeichenhafte Lichteffekte, die Dreizahl; ergänzt sie mit der spezifischen Assoziation der Schwärze und fügt antithetisch funktional besetzte Alltagsmaterialien und -zeichen ein: Asphalt und Ampel. Asphalt, griechisch Erdpech, steht für die unbewußt-dunkle Kraft, welche aus der Erde fließt.

Aus der Hitze, von der noch das Schwarz spricht, entstand dieses kleine monumentale Haus und weist an der Stirnseite der Giebelfassade als einziges zusätzliches Element drei mundgeblasene Gläser in Rot, Gelb und Grün auf: Stehen, Achtung, Gehen, Achtung, Stehen. Transformiert: Tod, Tor, -Leben oder Sterben, Wendepunkt, Geburt; Actio, Null, Passio. Im Gegensatz zur Ampel an der Straße, werden die drei Farben von der Sonne beleuchtet, sie verschmelzen hierin zum Zeichen für Werden und Vergehen. Die lineare Zeit des rituellen Wechsels von Rot, Gelb und Grün der Straßenampel transformiert zur Gleichzeitigkeit, zur Durchdringung und letztlich Gleichheit dieser in der menschlichen Welt gegensätzlichen und sich widersprechenden Ebenen von Leben und Tod. Werden und Vergehen, Rot, Gelb, Grün sind nicht hinterfragbar, sie sind! Die Sakralität des Raumes bezieht sich nicht auf den Verlauf der Menschheitsgeschichte, was das explizite Thema des Christentums ist, sie verdichtet Sein, die Anwesenheit, sie bestätigt: es ist so wie es ist. Und darin bekommt das Asphalthaus eine Beziehung zu den hermetischen Heiltumsräumen des Judentums, der Bundeslade oder der islamischen Kaaba in Mekka. Mit der Ampel im schwarzen Haus gelingt Wilhelm Koch ein absoluter Raum, ein Konzentrat, ein Abstraktum. Und mehr noch: Wer hier IST und wieder in die Welt tritt, wird an jeder Ampel mit der Erfahrung dieses Ortes und mit dem Geheimnis des SEINS konfrontiert. Jedes Stehen und Gehen/Fahren, von der Ampel signalisiert, ist auf diesen Raum bezogen. Jede Benutzung der Ampel gehört zu einem postreligiösen Kult des Verkehrszeitalters.
Dr. Markus Wimmer, Landshut
Die Asphaltkapelle wurde anlässlich der Oberbayerischen Kulturtage in Altötting 2001, konzipiert und errichtet. Seit Juni 2002 steht sie am Waldrand bei Etsdorf/OPf im Landkreis Amberg-Sulzbach.