"Straßenkreuz" von Bruno Wank

Bei Kanalarbeiten wurde im April aus der Höglinger Straße in Etsdorf eine Asphaltfläche ca. 100 x 140 cm gesägt. Vor Ort beim Kreuze-Weg erfolgte am 6. Mai die Bearbeitung. In die Asphaltoberfläche wurden drei Vertiefungen in Kreuzform gearbeitet. Anschließend goß der Künstler Bruno Wank diese Flächen mit flüssiger Bronze aus. Nach dem Erkalten bearbeitete er die Oberfläche
Am 9. Mai erfolgte der Transport und die Platzierung am nun endgültigen Standort in Fortsetzung der Kreuze-Wegs. Die Segnung des Kreuz-Objektes ist am 16.5.2921 um 13.45 Uhr durch Pfarrer Moses Gudapati. Im Anschluß findet eine Waldandacht bei der Asphaltkapelle statt.

Eine Asphaltplatte kann als Fragment einer Straße betrachtet werden. Kreuze auf einer Straßenplatte können auf Kreuzungen anspielen, aber auch einen Kreuzweg markieren. Das Markante der eingegossenen Bronzekreuze ist die Zahl drei. Sie legt den religiösen Bezug zur Kreuzigung nahe, lässt aber auch andere Deutungen zu. So erinnert die Zahl der Kreuze an die inzwischen profane Redensart "da kann man drei Kreuze machen". Sie ist ein Ausdruck der Erleichterung, nachdem eine als Bedrohung empfundene Situation gut ausgegangen ist und wurde von der Bekreuzigung bei Dankesgebeten abgeleitet. Bei zwei Kreuzen wurde der Längsbalken verkürzt. Sie sind nun Kreuz und Pluszeichen in einem. In der Warenwelt bezeichnet das Kreuz als Pluszeichen etwa bei Elektrogeräten die Energieeffizienz. In der Werbung dient "Plus" als Auszeichnung und Verweis auf eine Deluxe-Variante einer Marke. Wie magische Zeichen und Formeln fordern die Bronzekreuze im Asphalt die Betrachter zur eigenen Interpretation auf. (Text Heinz Schütz, München)

Der Künstler spendete die Bearbeitung und Ausführung.
Bruno Wank
1986 – 1992 Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste
München, Meisterschüler, Diplom
1993 - 2018 Leiter der Studienwerkstätte für Bronzeguss an der Akademie
der Bildenden Künste München
2007–2009 Prorektor der Akademie der Bildenden Künste München
2008–2012 Mitglied der Kommission QUIVID für Kunst im öffentlichen Raum, München
2012 Gründung der Ausstellungshalle „VPGö“ in der ehemaligen Käseverpackerei in Görisried.